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Christopher Haase
Wie aus dem Nichts, tauchte der damals 19jährige Christopher Haase im Motorsport auf und im Gegensatz zu den meisten Motorsportlern, übersprang der gebürtige Franke den Kart-Kindergarten und ging gleich in die Tourenwagenvorschule. Als Mitglied des Sportclubs AC Kulmbach fungierte er hin und wieder als Streckenposten bei kleineren Veranstaltungen, wie zum Beispiel Orientierungsfahrten. Eine neue Serie, der Dacia Logan Cup, wollte ab 2006 Fuß im Motorsport fassen und der Sportclub das Durchschnittsalter seiner Mitglieder senken. Und so entstand die Idee zur Teilnahme am Renngeschehen. AC Kulmbach-Sportchef Uwe Isert bot Christopher das Cockpit an und holte für das Team junge Mechaniker an Bord. Der Plan mit der Jugend ging auf und Hauptsponsor Flatex trat in Erscheinung. „Rennfahrer, das war schon immer ein Kindheitstraum.“ erinnert sich der inzwischen 21jährige. Geplant waren drei Jahre in diesem Cup. Ein Schnupperjahr, im zweiten Jahr sollte die Jagd nach vorn beginnen und das dritte sollte das Meisterschaftstitel-Jahr werden. Doch es kam alles ganz anders und schneller. Schneller, im wahrsten Sinn des Wortes. Christopher Haase stieg ein und überraschte im allerersten Rennen, dem Testrennen des Cups, mit einem Sieg. Auch im Verlauf der Saison 2006 packte er alles auf die Strecken, was eigentlich in drei Jahren stattfinden sollte. Teamchef Uwe Isert staunte nicht schlecht und organisierte noch im Dezember 2006 einen Test beim ADAC GT Masters Team Reiter Engineering. Auch da glänzte das Naturtalent mit Superzeiten und so wanderte Haase 2007 mit seinem Partner Flatex in die GT-Klasse. Gibt es Worte dafür? Eigentlich nicht. Der junge Ha(a)se setzt sich in den Lamborghini Gallardo GT3 und lässt so viele alte Hasen im Motorsport noch älter aussehen und beendete die Saison 2007 als ADAC GT Masters Champion. Ein weiteres Jahr in der GT hält er sich hervorragend in der Spitzengruppe und holt sich mit Fürst Albert v. Thurn und Taxis an seiner Cockpitseite den Vizetitel und zusätzlich den Europameisterschaftstitel der FIA GT4 Superlight in einem KTM X-Bow. 2009 schickte Audi zwölf neu entwickelte Audi R8 LMS auf die Rennstrecken und der Kirchleuser steuerte einen dieser Sportwagen mit über 500 PS für eines der erfolgreichsten deutschen Rennteams, Phoenix Racing, über die FIA GT3 EM-Strecken. Christopher Mies komplettierte die Fahrerpaarung. Ein aufregendes Rennjahr mit Höhen und Tiefen bescherte Christopher Haase den Jackpot der GT3 EM. Neben dem Titel des Europameisters, holte er sich zum dritten Mal in Folge die Auszeichnung des ADAC Nordbayern „Sportler des Jahres“. Überreicht wurde ihm der Preis von DTM-Pilot Timo Scheider. Haase hinterließ auch in anderen Serien der 09er Saison bleibende Eindrücke. Für Lingmann Motorsport (BMW) sowie für Mühlner Motorsport (Porsche) kämpfte sich der Motorsportler erfolgreich durch die „Grüne Hölle“ einiger VLN-Rennen auf dem Nürburgring. Phoenix Racing holte sich Haase zusätzlich zum Punktefeldzug in den ADAC GT Masters zu Henri Moser ins Cockpit. Der inzwischen 22jährige Oberfranke machte bei den Oberen des Motorsports ordentlich Eindruck mit seiner Leistung. In der Saison 2010 kehrte Haase nun in die Lambo-Familie zurück. Gemeinsam mit Peter Kox debütierte er in der neu aufgestellten FIA GT1 Weltmeisterschaft einen Lamborghini Murciélago R-SV vom Team REITER Engineering.
Nach einem turbulenten Motorsport-Jahr 2010, geprägt von Erfolgen und Enttäuschungen blickt Christopher Haase ((23) gestärkt zurück und optimistisch in die nächste Saison.
„Ich für meinen Teil hab sehr viel in dieser Saison gelernt. Wichtig war zu lernen, wie man aus ungünstigen Situationen noch viel rausholen kann und vor allem nicht aufzugeben.“
2011 geht Haase im Audi R8 LMS für Phoenix Racing beim ADAC-GT-Masters an den Start und wird an einigen VLN-Läufen, sowie bei den 24h-Rennen am Nürburgring und in Spa teilnehmen.
„Ich freue mich, mit Phoenix erneut im GT Masters zu starten. 2009 hatte ich eine echt tolle Saison im Phoenix-Audi, mit den Siegen im ADAC-GT-Masters und vor allem mit unserem Titeltriumph in der FIA GT3 Europameisterschaft“, sagt der 23-Jährige aus Kulmbach. „Die Rennen zum ADAC-GT-Masters werden 2011 sicher sehr hart und spannend werden, mit dem Audi R8 LMS habe ich aber alle Chancen, ganz vorne mitzumischen.“
Kurz gefragt:
Wer ist dein Vorbild im Motorsport? „Da gibt es nur einen für mich und das ist ganz klar Michael Schumacher.“
Welche sind deine Lieblingsstrecken? „Spa und Nürburgring Nordschleife.“
Was machst du in den Saisonpausen und wie hältst du dich fit? „Neben Testfahrten ist natürlich ein sehr wichtiger Punkt die Fitness. Das bedeutet gezieltes Kraft- und Ausdauertraining.“
Machst du etwas Ausgleichendes zum Motorsport oder ist Motorsport dein Ausgleich? „Motorsport ist für mich Ausgleich und Leidenschaft zugleich.“
Wie bereitest du dich kurz vor dem Rennen vor? „Eine halbe Stunde vorher schau ich mir noch mal genau das Starterfeld an und beurteile meine Ausgangsposition und der meiner wichtigsten Gegner. Ich geh dann noch mal die Datenaufzeichnung durch und in den letzten paar Minuten bevor es los geht, suche ich die Ruhe und versuch mich zu entspannen.“
Wie weit kannst Du dich mit deinem erlernten Beruf Kfz-Mechatroniker einbringen? „Es ist schon ein Riesenvorteil, wenn du weißt, was mit deinem Auto los ist und was da genau passiert. Es vereinfacht auch die Situation, wenn ich auf der Strecke bin und es gibt ein Problem oder es bahnt sich eins an, den Mechanikern mitzuteilen wo der Fehler liegen könnte. Ich kann mich durch meine Kenntnisse auch in die Wahl des Setups einbringen und das macht es immer perfekt passend.“
Was ist dein Motorsportziel? „Das Erste was ich anstrebe ist, mit Motorsport mein Geld verdienen. Werksfahrer in einem Tourenwagen wäre toll.“
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