Christopher Haase: „Ich hatte viel Spaß und habe viel gelernt“
FIA GT1 Weltmeisterschaft
San Luis, Argentinien
3 – 5 Dezember 2010
Erstmalig vor zwei Jahren, gastierte nun die FIA GT1 an diesem Wochenende als Weltmeisterschaft zum finalen Lauf der Saison 2010 auf dem argentinischen Straßenkurs in San Luis. Die Streckenführung sehr speziell, bietet kaum Auslaufzonen und der geringste Fehler kann in der dicht angrenzenden Mauer enden. Für die Piloten gilt dieser Kurs mit seiner 6,270 Kilometer Länge gleichermaßen als reizvoll, durch die anschauliche Umgebung, wie schwierig, aufgrund der Verschmutzung (Sand) abseits der Ideallinie.
Christopher Haase (23, GER) konnte gemeinsam mit Peter Kox (47, NED) ein weiteres Mal in dieser durchwachsenen Saison im Lamborghini Murcielago 670 R-S von REITER Engineering zeigen, wie man aus ungünstigen Ausgangspositionen gute Ergebnisse einfahren kann.
Haase/Kox beendeten mit deutlichem Reifennachteil das freie Training auf Position 8. „Wir sind mit relativ schlechten Reifen raus und einige vor uns kamen mit sehr guten Reifen aus Interlagos, da sie dort das Rennen nicht beendet haben. Unter diesen Umständen sind wir ganz zufrieden.“ erklärte Haase.
Für das Prequalifying übertrug die Reiter-Crew das härtere Setup vom Schwesterauto auf den Haase/Kox-Lambo, musste aber feststellen, dass das nicht das gewünschte Ergebnis brachte und bauten das Setup zum Qualifying wieder zurück.
Peter Kox schaffte mit P13 in Q1 den Sprung in die zweite Session und Christopher Haase machte mit Rang 5 den Weg für Q3 frei. Kox übernahm die dritte Session der Qualifikation und stellte den Lamborghini mit P6 in die dritte Startreihe für das Qualifying Race.
Das Qualifying Race, gestartet von Christopher Haase, begann turbulent und endete schnell für Haase. Die erste Kurve brachte gleich erste Un-und Ausfälle. Haase musste ausweichen und verlor drei Plätze. „Die holte ich mir aber in den nächsten zwei Kurven zurück. In dem langsamsten Abschnitt der Strecke, in einer Rechtskurve, bemerkte ich ein Knacken auf der Vorderachse und in der nächsten Links spürte ich eine ungewöhnliche Bewegung. Ich verlangsamte meine Geschwindigkeit. Bartels setzte in der nächsten Rechtskurve links zum Überholen an und in dem Moment ist vorne links der Kingpin vom Querlenker gebrochen, mein Rad ist eingeknickt und ich konnte nicht mehr lenken.“ berichtete Haase. Der Lambo schoss geradewegs in den Vitaphone-Maserati und beförderte beide an das Ende des Feldes. Haase selbst touchierte mit dem Heck die gegenüberliegende Mauer und blieb liegen. „Das lief sehr unglücklich. Tut mir echt leid für Bartels aber ich war in diesem Moment nur noch Passagier des Lamborghinis.“ bedauerte Haase.
Das Team hatte nur wenige Stunden Zeit das Fahrzeug für das Hauptrennen startklar zu machen. Unter Hochdruck schafften es meine Mechaniker, den Lamborghini zwei Minuten vor der Startaufstellung fertigzustellen. „Ein ganz großes Lob an die Mechaniker, denn das Auto hat auch sehr gut gelegen, trotz Engpass.“ Haase.
Peter Kox startet aufgrund des Ausfalls mit den Schlusslichtern des Feldes, kam jedoch nach einer Umrundung als Dreizehnter vorbei. Kox kämpfte kurzfristig mit zu hoher Kühlwassertemperatur. Ein entstehender Leistungsverlust kostete ihn Plätze. Noch zwei Plätze gingen beim Boxenstopp verloren. Christopher Haase übernahm den Reiter-Lambo, stellte schnell einige Konkurrenten kalt und gehörte zu den Schnellsten im Feld. Der 23jährige überfuhr als Zehnter die Ziellinie und äußerte sich zufrieden. „Ich bin eigentlich recht zufrieden mit meinem Stint. Das Auto lag gut, ich konnte immer schnell aufschließen und hatte in der letzten Runde die zweitschnellste Zeit überhaupt. Wir konnten wiedermal zeigen, wenn wir weniger Pech gehabt hätten, dass wir vorne mit dabei gewesen wären. Gratulation an Bartels und Bertolini. Die haben wirklich verdient den WM-Titel gewonnen. Ich für meinen Teil hab sehr viel in dieser Saison gelernt. Wichtig war zu lernen, wie man aus ungünstigen Situationen noch viel rausholen kann und vor allem nicht aufzugeben.“
Lange muss Christopher Haase nicht auf seinen nächsten Einsatz hoffen. Schon im Januar wartet ein Cockpit für das 24h-Rennen in Dubai auf den Geschwindigkeitshungrigen aus Franken.